Wissenschaftsjounalismus Marke ORF.at bzw. APA

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https://science.orf.at/stories/3208259

Unter SCIENCE.orf.at veröffentlicht der ORF regelmäßig Artikel, von denen die Redakteure offenbar annehmen, sie hätten etwas mit Wissenschaft zu tun. Immer wieder zeigen aber Veröffentlichungen, dass das Wissenschaftsverständnis dieser Personen zumindest höchst fragwürdig ist. Insbesondere in der Corona-krise wird das immer wieder deutlich. Unter Science werden regelmäßig Inhalte gepostet, die unbelegte Meinungen von scheinbaren Experten ohne Fundierung, Quellen oder Belegen veröffentlicht. Dies insbesondere und ausschließlich, um eine Ideologie zu fördern. Aktuell lautet die offensichtliche Absicht, junge Menschen zur Impfung zu bewegen. Dabei wird vor keiner Sauerei halt gemacht. Die Politik macht es vor (Benachteiligung Genesener in der Nachtgastronomie, Diskussion über 1G-Regelungen usw.) und der ORF folgt.
Im gegenständlichen Artikel unter der reißerischen Schlagzeile „Schweres Post-Covid auch bei Jüngeren – Geimpfte kaum betroffen“ vermutet jetzt die Leserschaft eine Zusammenfassung einer Studie oder Belege in Form von Zahlen. Doch da wird man enttäuscht. Man findet die Aussagen eines Arztes, nämlich Dr. Markus Rauter, Leiter der Lungenambulanz des Klinikums Klagenfurt, der seine persönlichen Einschätzungen zum Besten gibt.
Warum hat dies nun rein gar nichts mit Wissenschaft zu tun? Betrachten wir gleich die erste Aussage von Herrn Dr. Rauter: „"Wir haben extrem wenige Geimpfte mit Erkrankungen“. Nun was kann sich der Leser oder die Leserin denn unter „extrem wenige“ vorstellen? Von welcher Gesamtheit wird ausgegangen? Wie stark unterscheidet sich die Hospitalisierung denn zwischen Geimpften und Ungeimpften? Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ich teile die Meinung, dass hinsichtlich der Wirkung der Impfung wissenschaftlicher Konsens herrscht, gehe also davon aus, dass das Risiko von Geimpften wegen eines schweren Cov19-Verlau hospitalisiert zu werden deutlich geringer ist. Anhand der manipulierten Datenlage wird ja leider nicht unterschieden, ob Cov19 wirklich der Grund für die Hospitalisierung ist. Es lässt sich also kaum sagen, wie hoch die jeweiligen Wahrscheinlichkeiten tatsächlich sind, aber jedenfalls sind sie für Geimpfte deutlich geringer. Aber eine Aussage, wie jene von Herrn Dr. Rauter, ist eine subjektive und nichtssagende Aussage und hat in einem Artikel, der den Anschein von Wissenschaftlichkeit erweckt, nichts verloren.


Der einzige Bezug zur Überschrift findet sich in der Unterüberschrift, in der es heißt: Post-Covid-Verläufe betreffen auch jüngere Patienten und Patientinnen, wie Erfahrungen am Klinikum Klagenfurt zeigen. Die Mehrheit ist zwar zwischen 30 und 60 Jahre alt, es gibt aber auch viele schwere Verläufe bei jüngeren Patienten ohne Vorerkrankungen. Was jedoch kaum vorkommt, sind geimpfte Patienten mit Post-Covid.“ Erst am Schluss des Artikels räumt der zitierte Mediziner wie folgt ein: “Generell sind die Definitionen von Post- und Long-Covid in der Literatur jedoch heterogen. Auch die Diagnosen sind schwierig. ‚Wir haben die Beschreibungen der Patienten und teilweise sind es dann auch Mutmaßungen der Ärzte, das muss man ehrlich sagen.‘“. Es wird außer dieser Aussage nirgends konkretisiert, wie die Altersverteilung in Bezug auf die Bevölkerungsverteilung wirklich aussieht. Wie viele „schwere Fälle bei jüngeren Patienten“ (was ist „jünger“? Was sind „viele“?) es tatsächlich gibt bleibt im Dunkeln.


Diese Art des Journalismus zieht sich durch den ganzen Artikel. Die einzigen Zahlen, die im ganzen Artikel vorkommen, nämlich, wie viele vermeintliche Post- und Long-Covidfälle es gibt, bzw. wie hoch das Risiko für eine sehr schlecht beschriebene Krankheit ist, sind unbelegte persönliche Schätzungen (Zitat: „Einer Schätzung zufolge…“, „4.000 Personen und 10%“). Dazu kommen Deutungen der Redakteure, wie im Fall der folgenden Formulierung: „Daher hat er [Rauter] auch eine klare Meinung bezüglich einer Impflicht: ‚Aus ärztlicher Sicht bin ich definitiv dafür, dass man sich impfen lässt.‘.“ Herr Dr. Rauter rät also zur Impfung. Er tut das in seiner Rolle als Arzt. Dazu kann man nun stehen wie man will, aber zumindest diese Aussage sagt überhaupt nichts über seine Haltung gegenüber einer Impfpflicht aus. Man weiß auch nicht, wie viele Personen nun wirklich in den Bereich für Post-Covid-Patienten in Klagenfurt kommen, man weiß nur dass es „nicht alle“ sind. Wir wissen allerdings, wen Herr Rauter seltener sieht (Zitat): „Long-Covid-Patienten und -Patientinnen sieht der Lungenfacharzt dagegen selten. ‚Die haben eher vegetative Beschwerden, zum Beispiel Fatigue (Müdigkeit, Anm.) oder Kopfschmerzen. Dies kann auch bei Patienten auftreten, die zuvor einen eher milden Krankheitsverlauf hatten.‘,“ also leiden die wenigen (wie viele?) Long-Covid-Fälle, die Herr Dr. Rauter sieht, mehrheitlich (wie oft?) an Müdigkeit und Kopfweh (wie oft im Verhältnis zu „Gesunden“?). Diese (seltenen) Beschwerden können jetzt auch bei leichteren Verläufen auftreten (Wie oft? Wie oft im Vergleich zu schweren Verläufen? usw.)

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7000 Infizierte und der Kollaps des Gesundheitssystems?

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Pseudoexperten und warum man ihnen nicht glauben sollte.

Heute veröffentlicht ORF.at wieder einen reißerischen Artikel mit dem Titel „Experte warnt vor ähnlicher Entwicklung wie 2020“. Diesmal ist der Experte von ORFs Gnaden der „Simulationsforscher“ Martin Bicher, der wie folgt zitiert wird:

„Laut AGES-Zahlen gab es zuletzt zwar die meisten Neuansteckungen in der Altersgruppe zwischen 15 und 24 Jahren, doch Simulationsforscher Martin Bicher von der TU Wien warnt vor dem „Überschwappen“ auf vulnerable Altersgruppen und erinnert an die Entwicklung im Vorjahr.

Aktuell habe die vulnerable Bevölkerungsgruppe im Alter von 60 Jahren und darüber noch weniger als zehn Prozent Anteil am Fallgeschehen und eine kaum sichtbar wachsende Dynamik, führt der Experte von der Technischen Universität gegenüber der APA aus.

[…]

Er verweist dabei auf die aktuellen Intensivbelagszahlen aus Großbritannien, die inzwischen mit leichter Verzögerung langsam steigen. Würde das auch in Österreich erfolgen, so habe sich im Vergleich mit dem Vorjahr, „eigentlich nichts an den Kapazitätslimits geändert“, und da wurde es mit rund 2.000 bis 4.000 täglichen bestätigten Neuinfektionen „langsam enger“, und bei spätestens 7.000 ging es in die Nähe der Auslastungsgrenze.“[Quelle: orf.at, https://www.orf.at/#/stories/3221288/ abgerufen am 16.7.2021]

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Lügen und Falschinformationen zu Covid-19

Grundgedanke einer Demokratie ist, dass die Beherrschten (das Volk) ihre Herrscher selbst bestimmen. Das geschieht in entwickelten Demokratien üblicherweise durch freie und geheime Wahlen. Das zu Grunde liegende Menschenbild ist das des „mündigen Bürgers“, also einer Person, die in der Lage ist, sich anhand vorliegender Fakten eine Meinung zu bilden und die darauf aufbauend eine Wahlentscheidung trifft. Für diesen Prozess unabdingbar ist der freie Zugang zu entscheidungsrelevanten Fakten, also möglichst ungefilterten Informationen. Üblicherweise werden diese durch die „vierte Macht“, die Medien, zur Verfügung gestellt. Zwar bietet das Internet mittlerweile eine Unmenge an Daten, für die meisten Menschen ist die Suche und Plausibilitätsprüfung aber sehr schwer und dementsprechend sind Massenmedien noch immer die Informationsquelle erster Wahl. Eine freie Medienlandschaft ist also, ebenso wie eine freie und unabhängige Justiz, das Fundament der Demokratie. Länder wie Ungarn, die durch eine Mischung an staatlichen und marktwirtschaftlichen Interventionen diese Medienlandschaft „orbanisiert“ haben, können nicht mehr den Anspruch erhaben, entwickelte Demokratien zu sein. Sie sind „pseudodemoktratisch“.

Nun sind die meisten Medien nicht öffentlich-rechtlich, sondern in privater Hand. Schon der Autokrat Orban hat über reiche Verbündete nicht nur die ungarischen Medien unter seine Kontrolle gebracht, sondern tut dies auch schon in Nachbarländern. Österreich entwickelt sich durch die vielfach zitierte „Messagecontrol“, also der Filterung von Informationen durch die Regierenden, und auch durch die Eigentümerstruktur bzw. finanzielle Anhängigkeit privater Medien von staatlicher Subventionierung, die einerseits durch die Presseförderung (angesiedelt im Bundeskanzleramt), andererseits durch Inserate erfolgt. Nur so ist es erklärbar, dass im Zuge der Covid-Krise quer durch die Medienlandschaft vorauseilender Gehorsam praktiziert wurde und differenzierte Berichterstattung einseitiger Propaganda weichen musste. Auch vermeintlich unabhängige „Qualitätsmedien“ wie der Standard, insbesondere die Onlineversion, veröffentlichte regelmäßig einseitige, tendenziöse Agenturmeldungen offenbar ungeprüft. Über Einzelfallberichte, fehlende Angabe von Quellen und Wahrscheinlichkeiten wurde stark emotionalisiert, statt faktisch korrekte Informationen zu berichten. Von Medien, die mittlerweile über die Eigentümerstruktur (Raiffeisen und Benkö) vor allem der ÖVP nahestehen, braucht man gar nicht zu sprechen.

Bleibt also noch der öffentliche-rechtliche Rundfunk. Das Kontrollgremium des ORF, der Stiftungsrat besteht seit der Reform unter Wolfgang Schüssel aus 35 Stiftungsräten, von denen 32 politischen Parteien zuzurechnen sind. Auch hier dominiert der Einfluss der ÖVP. Ein Generalintendant, der wiedergewählt werden will, sollte es sich also mit Sebastian Kurz gut stellen.

So stellt der ORF also kein unabhängiges Medium dar, sondern agiert ganz nachdem Sprichwort „Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing!“. Auch das wurde gerade in der Covidkrise deutlich. Alle sogenannten Experten kamen aus dem Lager jener Wissenschaftler, welche die Linie der Regierung teilen. Andersdenkende, sei es auf Expertenebene, aber auch jene, die sich gegen Maßnahmen wehren, werden diskreditiert, als Neonazis oder zumindest als deren Sympathisanten oder als irre „Schwurbler“ und „Aluhutträger“ (= „Verrückte“) dargestellt.

Tatsächlich hat diese Medienpolitik dazu geführt, dass sich viele Menschen nicht ausreichend und umfassend informiert gefühlt haben und so alternative Quelle im Internet gesucht und oft ausgesprochen dubiose auch gefunden haben. Daraus folgt die Spaltung der Gesellschaft, wie wir sie gerade erleben.
Dass der ORF oder die neuerdings „Mainstreammedien“ genannten staatsmeinungsnahen Medien falsche oder einseitige Informationen liefern, ist leicht belegbar. Man denke nur an die Manipulation der Anzeigen zu den „freien Intensivbetten“ und der angeblichen Überbelegung der Intensivstationen bis hin zu Triage. Schauen wir uns als aktuelles Beispiel nur das Corona-Dashboard des ORF zum heutigen Datum an.

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Kavaliersdelikt?

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Das wohl dümmste Argument, das derzeit Anhänger der türkisen Kurz-ÖVP in Diskussionen nutzen, um die täglich neu auftauchenden Korruptionsfälle zu verharmlosen, ist, dass das ja schon immer so gewesen sei und die Anderen (üblicherweise sind damit die Sozialdemokraten gemeint) das ja auch gemacht hätten.
Auch wenn das zum Teil zutrifft, haben sich ebendiese ÖVP-Sympathisanten aber „damals“ ganz besonders über die „korrupten Sozialisten“ echauffiert. Meine gutbürgerlichen Eltern, die vom Anbeginn der Zeit ÖVP-Wähler sind und die spannenderweise mit dem Richtungswechsel innerhalb der ÖVP von einer christlich-sozialen Orientierung zu einer Partei der Rechtspopulisten kaum besondere Probleme haben, haben mir als Kind erklärt, dass ÖVP-Politiker Korruption einfach nicht nötig hätten, da sie ja eh schon aus gutem Hause kommen würden. Nun es ist schon spannend, wie sich die Welt ändert und damit auch die Erklärungsmodelle.
Natürlich ist Korruption Teil des politischen und wirtschaftlichen Systems. Selbstverständlich gibt es in der österreichischen Geschichte immer wieder Korruptionsfälle in allen politischen Lagern. So wie es alle kriminellen Machenschaften in unterschiedlichen Formen seit Kain und Abel gibt. Dies rechtfertigt aber keine dieser Handlungen. „Das war schon immer so!“ ist das wohl dümmste Argument zusammen mit der Kränkung des Finanzministers über die Veröffentlichung seiner eben-nicht privaten Kommunikation mit Nutznießern der von ihm mitverantworteten Korruption.
Statt in aller Deutlichkeit diese Korruption zu verurteilen, komplette Aufklärung zu verlangen und Systeme zu etablieren, die solches Vorgehen unwahrscheinlicher macht, versucht man ohne Spur von Unrechtsbewusstsein diese Handlungen noch zu beschönigen. Macht korrumpiert und deshalb ist es regelmäßig notwendig, mit einem eisernen Besen durch die verkrusteten Freundschaftssysteme der Parteien, der öffentlichen Verwaltung, der Justiz und aller ebenfalls gefährdeten Bereiche durchzukehren. Symptomatisch ist es, wenn stattdessen Vertreter des korrupten Systems versuchen, jene in ihren Möglichkeiten zu beschränken, die an der Aufklärung solcher Missstände arbeiten. Das beginnt bei der Einflussnahme auf Medien, durch Angriffe und Umorganisationen auf Institutionen der Justiz und Missachtung von Kontrolleinrichtungen, wie Untersuchungsausschüssen, wo offenbar von Vertretern des korrupten Systems ungestraft gelogen werden darf.
Diese Gruppe von miserablen Politikern hat vergessen, dass sie einen Eid auf die Verfassung und die Republik abgelegt haben und sie gutes Geld dafür bekommen, dem Land und seinen Bürgern zu dienen. Besetzung von gut dotierten Posten in staatsnahen Betrieben sind eben nicht Privatsache, wird dort doch das Geld von SteuerzahlerInnen ausgegeben.
Nun fragt man sich, wie in einem demokratischen Land eine offenbar so große Zahl von Politikern an Schaltstellen der Macht gelangen können, wo sie so viel Schaden anrichten können. Es ist nämlich nicht so, dass ALLE Politiker so sind. Offenbar liegt es an der Abgestumpftheit der WählerInnen und dem mangelnden Interesse an Politik, sonst müssten die Österreicher diese korrupte Bagage längst mit nassen Fetzen aus dem Land treiben. Stattdessen wird einfach das Unrecht zu Recht definiert. So kriegt auch Österreich die Regierung, die es verdient.

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Wem Sie in Wien diesen Lockdown verdanken….

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Am 12.4. wurde der Lockdown, zynisch Osterruhe genannt, um weitere zwei Wochen verlängert. Tatsächlich sind die Zahlen der Hospitalisierten und insbesondere der Personen auf den Intensivstationen gestiegen. Die täglichen Katastrophenmeldungen in den Leitmedien sind anhand der tatsächlichen Faktenlage über die Anzahl der Intensivbetten weit übertrieben, aber jede Maßnahme hat eine gewisse Verzögerung in der Wirkung, und deshalb war dieser Lockdown nicht nur absehbar, sondern auch nötig, um nicht in einigen Wochen tatsächlich Engpässe in der Versorgung zu haben. Dass man statt auf seriöse Aufklärung weiterhin auf das Verbreiten von Panik über ausgewählte Einzelfallberichte setzt, erschließt sich mir nicht.
Allerdings ist dieser Lockdown besonders ärgerlich, denn er wäre vermeidbar gewesen. Im Gegensatz zu den bisherigen Maßnahmen gibt es nun eindeutig Verantwortliche. Es ist eindeutig belegt, welche Personengruppen ein relevantes Risiko hat, an Corona zu sterben. Nach dem neuesten Bericht des Gesundheitsministeriums „Fact-Sheet Intensivpflege und COVID“ vom 6.April 2021 der Autoren Bachner, Rainer und Zuba ist das auch im Wesentlichen dieselbe Bevölkerungsgruppe, die auch intensivmedizinisch betreut werden muss.
So weist das Fact-Sheet nach, dass 66% aller auf der Intensivstation Betreuten
älter als 65 Jahre waren. Nur 9% waren jünger als 50 Jahre. Mittlerweise sind die Risikofaktoren für einen schweren Krankheitsverlauf bekannt. Wenn es also das Ziel ist, die Intensivstationen zu entlasten, ist es notwendig, möglichst treffsicher genau diese Personengruppen geordnet nach absteigendem Risiko zu impfen. Das sieht auch der nationale Impfplan vor, wenn er auch nicht besonders differenziert ist.
Genau in den Bundesländern, die nun vom „Lockdown-Ost“ betroffen sind, geschieht das aber nicht. Zum 13.4.2021 wurden in Wien rund 420.000 Impfdosen verimpft. Damit wäre es möglich gewesen, die gesamte Wiener Bevölkerung der über 70-Jährigen mit zwei Impfdosen voll zu immunisieren und diese Menschen vor einem Corona-bedingtem Krankenhausaufenthalt zu schützen und die Auslastung der Intensivstationen dementsprechend drastisch zu reduzieren. Tatsächlich sind bisher in Wien nur 43,20% der über 84-Jährigen, 25,11% der über 74-Jährigen und nur 4,94% der über 64-Jährigen vollimmunisiert. Stattdessen hat der für die Impfungen verantwortliche Gesundheitsstadtrat Peter Hacker eine Vielzahl von Menschen impfen lassen, die kein statistisch relevantes Risiko haben, schwere Krankheitsverläufe zu entwickeln. Das betrifft KosmetikerInnen, LehrerInnen, Menschen bei der Feuerwehr, PsychotherapeutInnen und viele andere.
Wien ist damit zusammen mit Niederösterreich Schlusslicht in den Impfungen der relevanten Altersgruppen. Es kommt also nicht von ungefähr, dass genau jene Bundesländer nun vom „Lockdown-Ost“ betroffen sind. Natürlich liegt bei der Beschaffung der Impfstoffe einiges im Argen, doch schon mit dem geringeren Ausmaß an verfügbarem Impfstoff und einer faktenbasierten Verteilung wäre die aktuelle Situation in den Spitälern deutlich entlastet. Dieser Lockdown ist in Wien also direkt der verfehlten Impfpolitik von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker zu verdanken.

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Das „System Kurz“ – Korruption, Lügen und Freunderlwirtschaft

Wie es zu Kurz kam

„Das war ja in Österreich immer schon so und die anderen machen das ja auch. Die ganzen Politiker sind….“ (setzen Sie hier nach Bildungsstand entsprechend ein). Die Idee, dass Politiker ihr Amt im Dienste des Landes ausüben, scheint tatsächlich kaum jemand in Österreich zu glauben. Doch einigermaßen schleichend hat sich in diesem Land eine ganz spezielle Kultur breit gemacht, die offenbar dem Großteil der Wählerinnen und Wählern besonders attraktiv erscheint. Anfangs allerdings weniger, denn der Vater dieser „Macht um jeden Preis“- Kultur ist der politische Ziehvater des jetzigen Bundeskanzlers, Wolfgang Schüssel. Als damals Wahldritter hat er sich selbst in einem politischen Coup d‘ État das Amt des Bundeskanzlers mit dem Rechtsaußen Jörg Haider gesichert. Seine eigene Aussage, als Dritter in Opposition zu gehen, war vergessen. Es begann alles mit einer Lüge, und so sollte es weitergehen. Viele der jetzt zu Tage tretenden Skandale geht auf diese Zeit zurück. Die Politisierung des Innenministeriums unter so schillernden wie kriminellen Charakteren wie Ernst Strasser tritt erst jetzt in vollem Ausmaß zu Tage. Politische Strippenzieher und Informanten sind heute Gegenstand von Hausdurchsuchungen und Ermittlungen einer der letzten scheinbar unbeeinflussten Behörden, der Wirtschafts- und Korruptionsanwaltschaft. Dafür wird diese vom Kanzler in einer Weise angegriffen, die einem Bundeskanzler unwürdig und für das Land schädlich ist.

Wir erinnerun uns auch noch immer an den Finanzminister Karl-Heinz Grasser, welcher der Republik und damit den Steuerzahlern vermutlich Millionenschäden verursacht hat. Hubert Gorbach, der Freund des weißrussischen „letzten Diktators“ Europas, und ähnliche Menschen haben in Österreich unter Wolfgang Schüssel Ministerämter bekleidet. Mit Wolfgang Schüssel beginnt auch der massive Zugriff der Politik auf die Medien, insbesondere auf den ORF. Natürlich waren Medien immer Ziel von Begehrlichkeiten durch das politische System. Das System des Stiftungsrates wurde 2001 mit den Stimmen der ÖVP und FPÖ beschlossen und 32 der 35 Stiftungsräte lassen sich direkt politischen Parteien zuordnen. Pointiert gesagt wird der ORF von den Staatsbürgern bzw. den Beitragszahlern finanziert und von politischen Parteien gelenkt. Unabhängigkeit sieht wohl anders aus.

Das ist das Klima, in dem Sebastian Kurz ÖVP-sozialisiert wurde. Sein erstes relevantes Amt trat er 2009 als Obmann der jungen ÖVP an. Seine höchste abgeschlossene Ausbildung ist die Matura. An einem begonnen Jus-Studium scheiterte er. Außer politische Funktionen (Gemeinderat, Integrationsstaatssekretär und Bundesminister) hat der heutige Bundeskanzler keinerlei Berufserfahrung. Sein wohl größter politischer Erfolg ist die minutiös geplante Übernahme der ÖVP mit dem „Projekt Ballhausplatz“ und die Umwandlung der Partei von einer christlich-sozialen Ausrichtung zu einer Partei der „Besitzenden“ (Zitat Reinhold Mitterlehner im Ibiza-U-Ausschuss) mit rechtspopulistischen autoritären Zügen.

Politische Erfolge?

Schauen wir uns die politischen Erfolge von Sebastian Kurz an. Am 14.Mai 2017 übernahm Kurz die ÖVP, die sich in Koalition mit der SPÖ befand und brach prompt Neuwahlen vom Zaun. Mit der rechtspopulistischen FPÖ unter H.C. Strache leitete er eine Regierung, die in Skandalen, die gerichtliche Nachspiele haben, seinem Mentor Wolfgang Schüssel um nichts nachstand. Nach Bekanntwerden des legendären „Ibiza-Videos“ beendete Kurz auch diese Regierung. In Erinnerung bleibt die sehenswerte Rede zur Regierungsbeendigung, in der sich Kurz als Opfer der FPÖ darstellte und angab, in der Koalition „viel erduldet zu haben“. In der folgenden Wahl verlor der Koalitionspartner FPÖ massiv und stand nicht mehr für eine Koalition zur Verfügung. Der Wahlgewinner „Die Grünen“ sprangen dankbar ein und befinden sich bis zum heutigen Tag in einer Koalitionsregierung mit der Kurz-ÖVP. Immerhin der dritte Partner in nur vier Jahren.

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Update zur verfehlten Impfpolitik in Wien

Gesundheitsstadtrat Peter Hacker revidiert das Impfziel hinunter. Im heutigen (31.3..2021) Artikel auf ORF.at1 gibt er zu, dem Nationalen Impfplan tatsächlich nicht zu folgen.

Zitat:

"Geimpft sind ebenso Mitarbeiter in Covid-19-Labors, alle Kontaktpersonen von Schwangeren, die es im März gegeben hat, auch das Bildungspersonal in Schulen und Kindergärten (rund 50.000 Impfungen). Apotheker, Feuerwehr, nicht ärztliche Gesundheitsberufe sind ebenfalls geimpft." In Phase 2 des nationalen Impfplans2 sind zuerst folgende Gruppen zu impfen:

  • Personen im Alter von 65 bis 79 Jahren abgestuft nach Alter und gesundheitlichen Risiken
  • Personen unter 65 Jahren mit Vorerkrankungen mit hohem Risiko gemäß der COVID-19-Risikogruppe-Verordnung

50.000 Impfungen an Personen die kein relevantes Risiko haben zu sterben oder auch nur schwere Krankheitsverläufe zu erleiden, werden damit den risikoreichen Menschen vorenthalten. In Wien sind zum heutigen Tag gerade einmal 30,74% aller über 85-Jährigen geimpft, also ist nicht einmal Phase 1 des Implans abgeschlossen. Wenn es dann zu einem Lockdown, hohen Belastungen der Intensivstationen und Todesfällen kommt, ist das der auch der verfehlten Impfpolitik des Herrn Hacker zu verdanken. 50.000 Impfungen entsprechen 25.0000 vollimmunisierten Menschen und rund 10% der Bevölkerungsgruppe über 85. In dieser Altersgruppe verläuft eine Cov-19- Infektion in ca. 20% aller Fälle tödlich3 (bei Männern rund doppelt so oft wie bei Frauen). In der Altersgruppe 45-54 ist das Risiko zu sterben, wenn man mit CoV-19 infiziert ist nur 0,1%. Also auch wenn es sich zumindest bei den Mitarbeitern in Covid-Labor um möglicherweise tatsächlich exponierte Personen hinsichtlich einer Ansteckung handelt (es ist allerdings anzunehmen, dass diese Gruppen am Arbeitsplatz entsprechend geschützt sind), haben Menschen bei der Feuerwehr wohl eher weniger mit masiven Vorerkrankungen und beeinträchtigter Gesundheit zu kämpfen. Faktenbasierte Politik sieht eindeutig anders aus.

Wenn also die SPÖ-Vorsitzende (zu Recht) Mägel in der Impfstoffbeschaffung kritisiert, sollte sie beginnen vor der eigenen Haustüre zu kehren und die nicht zieldienliche Verwendung der Impfstoffe in einem SPÖ-geführten bundesland ebenfalls kritisieren.

  1. https://wien.orf.at/stories/3097182/
  2. https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=&ved=2ahUKEwivo-GGxdrvAhVQ3KQKHTXGDY4QFjAAegQIBBAD&url=https%3A%2F%2Fwww.sozialministerium.at%2Fdam%2Fjcr%3A33423c12-3812-4e62-8077-7173b14f7828%2FCOVID-19-Impfplan.pdf&usg=AOvVaw2jfvxR2uMfyehBCVP5w_I7
  3. http://www.logan.at/index.php/authors/wer-wirklich-an-cov-19-stirbt-1 
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Lebensgefährder? Hacker und Co.

Wir impfen die Falschen!

Heute (26.3.2021) stellt ein Artikel (https://orf.at/#/stories/3206777/) auf ORF.at fest, dass bisher anhand der Sterbezahlen noch kein breiter Impfeffekt ersichtlich sind. Dazu wird folgende Graphik dargestellt:

Wie allgemein bekannt ist, war der Impfstart in Österreich ja mehr als schleppend und ist gekennzeichnet von Diskussionen über Schuldzuweisung hinsichtlich der Impfstoffverteilung in der EU. Per 26.3. sind gerade einmal 358.475 Personen vollimmunisiert, haben also zwei Impfungen erhalten, 1.033.613 haben eine Teilimpfung erhalten (11,61%). Die Gesamtzahlen der Impfungen hängt natürlich zum großen Teil von der Verfügbarkeit der Impfstoffe ab. Die Sterbezahlen allerdings deutlich weniger.

Wenn man die Faktenlage hinsichtlich der Sterbezahlen durch Cov-19 betrachtet, stellt man eindeutig fest, dass nur eine bestimmte Gruppe von Menschen ein relevantes Risiko hat an CoV-19 zu sterben. Dabei handelt es sich um Menschen mit einem sehr schlechten Gesundheitszustand, also Alte und Menschen mit schweren Vorerkrankungen.

Diesem Umstand trägt das nationale Impfgremium in seiner Empfehlung für die Priorisierung hinsichtlich der Impfungen Rechnungen. Als oberste Priorität (Priorität 1: sehr hoch) werden dort folgende Personengruppen genannt:

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Manipulative Berichterstattung Teil 2

Unter dem Titel "ernste Lage in Spitälern" wird in einem orf-Artikel vom 23.3.2021 (https://wien.orf.at/stories/3096076/) erklärt, dass derzeit 168 Menschen in Wien intensivmedizinisch betreut werden und bereits in der Unterüberschrift wird auf darauf hingewiesen, dass "Auch an Covid-19 erkrankte Kinder und Jugendliche in den Spitälern behandelt werden ". Nun fragt sich der Leser was sich hinter dieser trivialen Bemerkung verbirgt, denn warum sollten Kinder nicht in Spitälern behandelt werden. Es entsteht aber in Konnex mit der Überschrift die Idee, dass es nun offenbar auch die Kinder erwischt und nicht wie bisher ältere Menschen und Menschen mit massiven Vorerkrankungen. Im Folgenden wird eine Twittermeldung des Intensivmediziners Wolfgang Hagen zitiert, nach der "es in ganz Wien nur mehr ein einziges reguläres COV+ Intensivbett“ mehr gebe. Also scheint die Kapazität offenbar bei 169 Betten in Wien zu liegen. Eine nicht näher bezeichnete Sprecherin des Wiener Gesundheitsverbundes meint allerdings "Es gebe noch kleine Puffer". Es ist anzunehmen, dass sie nicht von dem einen letzten verfügbaren Bett spricht, nachdem der Artikel später erklärt, dass am selben Nachmittag auch das letzte Bett an einen 57-jähriigen geht, nachdem ein 70-jähriger abgelehnt werden musste. Dieser habe dann nur statt eines Intensivbettes ein intensivmedizinisches Überwachungsbett, was laut der Sprecherin des Wiener Gesundheitsverbundes allerdings im Wesentlichen eh dasselbe ist.

Dann wird es interessant, weil es nach den emotionalisierenden Einzelfallschilderungen und Katastrophennachrichten tatsächlich noch einige Fakten gibt. Die Sprecherin erklärt, dass wir derzeit im "Covid-Stufenplan" derzeit auf Stufe 6 von 8 sind. Dieser Plan scheint die Bereitstellung von Bett für Coivid-Patienten zu regeln. In der aktuell gültigen Stufe 6 stehen 260 Betten für CoV-19-Patienten zur Verfügung. Das bedeutet, dass es offenbar noch zwei weitere Stufen mit einem vermutlich höheren Bettenkontingent gibt und dass auch die aktuelle Belegung von 168 Patienten nicht annähernd die 260 für Cov-19 zur Verfügung stehenden Betten auslastet. Insgesamt verfügt der Gesundheitsverbund laut diesem ORF.at -Artikel über rund 6.000 Normalbetten sowie 550 Intensivbetten, die aber natürlich nicht nur von Co-19-Patienten belegt sind. Man müsse gegebenenfalls Operationen verschieben, meint die Sprecherin des Gesundheitsverbundes. Das dies natürlich vor allem nicht dringende Operationen betrifft, und im Einzelfall entschieden wird wird ebenfalls erläutert. Also müssen in Zeiten einer Pandemie in Sonderfällen vielleicht nicht dringliche Operationen verschoben werden.

Dann schwenkt der Artikel mit der Überschrift " Bisher 130 Kinder und Jugendliche in Spitalsbehandlung " zu der eingangs erwähnten Situation von Kindern die mit Cov-19 infiziert sind. Der Einleitungssatz lässt schon aufhorchen. Es wird behauptet: "Nicht nur Erwachsene, sondern auch immer mehr Kinder und Jugendliche infizieren sich." Worauf diese Behauptung beruht, um wie viel sich die Rate der infizierten Kinder erhöht und vor allem wie der krankheitsverlauf sich entwickelt (die relevanteste Frage) wird nicht beantwortet. Als einziges Faktum wird von der Sprecherin die Zahl von 130 Kindern genannt, die seit Beginn der Pandemie vor einem Jahr im Spital behandelt werden mussten. Zwei Absätze später wird aber eine andere zahl genannt, wenn gesagt wird, dass im Schnitt würden monatlich 15 bis 20 Kinder eine Spitalsbehandlung benötigen würden. Nun was denn nun 130 Kinder und Jugendliche oder 15-20 pro Monat? (Der Schnitt wäre dann 17,5 mal 12 Monate also 210). Liest man den Artikel aber weiter stellt sich heraus, dass es aber vergleichsweise egal ist, denn erst in den letzten Absätzen stellt sich heraus, dass offenbar der Großteil (Wie viele genau wird wieder nicht erläutert) gar nicht wegen CoV-a9 ins Spital kommen, sondern das nur eine "Nebendiagnose" ist, also ein Kind z.B. mit einem gebrochenen Bein eingeliefert wird (diese Beispiel wird im Artikel verwendet) und sich dann herausstellt, dass eine Cov-19-testung positiv ist oder das Kind mit den Eltern gemeinsam ins Spital kommt.
In Wirklichkeit mussten tatsächlich "nur" 3 Kinder wegen CoV-19 beatmet werden und leider ist ein Kind verstorben. Alle vier jungen Patientinnen hatten allerdings massive Vorerkrankungen.
Der Artikel will offenbar auf subtile Weise eine Gefahr für jüngere Menschen darstellen, die es für gesunde junge Menschen einfach nicht gibt. Das in Verbindung mit Horrormeldungen aus Spitälern ist ein weiters Beispiel für ein Berichterstattung die sich weit von journalistischen Grundprinzipien entfernt hat.
Das der Artikel offenbar über eine Agentur zugekauft wurde, da er wortgleich auch in der Onlineausgabe des Boulevardblattes Heute so erschienen ist entlastet den staatlichen Rundfunk nicht.

 

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Der Wert von Prognosen und eine eigene

Jetzt haben wir es wirklich bald geschafft!

Vielleicht haben Sie es ja auch satt, täglich neue apokalyptische Prognosen zu hören. Jede Woche tritt der Gesundheitsminister vor die Kameras und erklärt, dass die nächsten zwei Wochen alles entscheiden. Momentan wartet alles auf Ostern, ob dann wirklich Schanigärten mit FFP2-Maske und 15-Meter Abstand betrieben werden können. Doch in diesem Artikel geht es diesmal um eine andere Prognose. Auch wenn, wie schon Karl Valentin oder Mark Twain sagten, Prognosen schwierig sind, besonders wenn sie die Zukunft betreffen, möchte ich eine wagen. Das sehen wir vor allem, wenn wir recherchieren, welche Prognosen die Experten des Corona-Komitees gemacht haben.

In der Prognose vom 5.3.2021 erwarten die Experten: bis 17. März 2021 könnte die 7-Tage-Inzidenz auf 228 steigen, 1.551 Patienten mit CoV-19 wären auf Normalstationen und 420 auf der Intensivstation untergebracht. Tatsächlich haben wir am Prognosetag eine 7-Tage-Inzidenz, die auf 217 liegt, 1.449 Patienten mit CoV-19 liegen auf Normalstationen und 396 auf der Intensivstation

 

Stand 5.3.

Experten-

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Einzelfall- vs. statistische Betrachtung

Kennen Sie auch die Person, die ihr ganzen Leben geraucht hat und trotzdem über 90 wurde? Ähnlich verhält es sich derzeit mit COV-19. Je nach persönlicher Überzeugung kennt jeder Fälle, die den einen oder anderen Standpunkt belegen. Das betrifft keineswegs nur Laien, sondern, gestützt durch eine fragwürdige Medienberichterstattung, durchwegs auch Experten. Nur, weil man erfolgreich ein Medizinstudium absolviert hat, ist man noch lange kein Experte für Statistik.

Ein aufschlussreiches „Gespräch“

Gerade wurde ich von einer Bekannten via WhatsApp kontaktiert, die mir freudig erklärt hat, dass sie und ihr Mann, sowie seine ganze Belegschaft eines chemischen Betriebs in NÖ geimpft wurden. Ich habe angemerkt, dass das Risiko für gesunde, jüngere Menschen minimal ist und es wohl besser wäre, den Impfstoff jenen zu geben, die tatsächlich ein relevantes Risiko zu sterben haben. Seit längerem kritisiere ich den Fakt, dass Impfungen nur in sehr geringem Masse an jene gehen, die ein solche Risiko haben.

Sie erklärte mir, dass es ja nicht sicher sei, dass ein Mensch mit 50 tatsächlich ein geringeres Risiko hat als ein älterer. Auf den Hinweis, dass das Alter nur eine Hilfsvariable sein und es natürlich in Wirklichkeit um den Gesundheitszustand ginge, erklärte sie mir weiters, dass in Niederösterreich ja sehr viele Impftermine mit AstraZeneca frei blieben, und deshalb der Impfstoff „übrig bleibt“. Sie fuhr fort mir zu erklären, dass es unverantwortlich sei, sich nicht impfen zu lassen und all jene, die sich nicht impfen lassen würden, sollten auf Intensivbetten verzichten. Schließlich haben ihr Kolleginnen aus dem Reitstall erklärt, dass die Intensivstationen voll sind und Leute abgewiesen werden müssten und OPs verschoben. Auch hier versuchte ich mit Fakten zu antworten. Derzeit seien „nur“ 330 Intensivbetten belegt und Österreich verfüge insgesamt über etwas mehr als 2.000 (wobei sich nicht alle für CoV-19 Patienten eigenen und natürlich auch nicht alle frei sind), jedenfalls gibt sogar die sehr manipulative Graphik auf ORF.at die Auslastung derzeit mit 30,2% (Stand 10.3.) an, von einer Vollauslastung also weit entfernt. Ich soll doch mehr mit Menschen reden und weniger mit Zahlen. Da kamen Erinnerungen an Aussagen meiner sehr verängstigten 85-jähirgen Mutter auf, die auf einen Hinweis von mir, dass sie ihr Risiko falsch einschätzte, erwiderte: „Hör auf mit deinen Fakten, ich habe Angst!“.

Doch zurück zu meiner Kollegin, die für eine Impfpflicht eintritt und der Meinung ist, dass Leute, die sich nicht impfen lassen wollten, doch auf das Intensivbett verzichten sollten. Die Argumentation war eine, die ich auch schon oft in Diskussionen hörte, man dürfe sich zwar selbst gefährden, aber nicht andere. Diese Aussage ist natürlich grundfalsch. In unserer Gesellschaft herrscht ein gewisser unausgesprochener Grundkonsens, dass ein gewisses Maß an Fremdgefährdung tolerabel ist. Denken wir nur an das Autofahren. Jeder, der in ein Auto steigt, gefährdet andere. Auch wenn man sich völlig korrekt verhält, kann es durch ein technisches Gebrechen, eine Unaufmerksamkeit oder schlicht Pech zu einem Unfall kommen und Menschen können zu Schaden kommen oder sterben. Dieses Risiko erachten wir als akzeptabel. Bei der einigermaßen wahlfreien Grenze von 0,8 Promille Alkohol ziehen wir aber eine Grenze und meinen, dass hier das Risiko zu hoch sei.

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Manipulative Berichterstattung der Medien zu Corona

Betten1911

Sofern Sie Ihre Nachrichten von orf.at bekommen, sollten Sie sehr vorsichtig und kritisch sein, denn seit Beginn der Pandemie berichtet der ORF im Internet sehr einseitig und manipulativ. Jedoch berichten auch andere sogenannte „Qualitätsmedien“ über Corona nur sehr selektiv. Das geschieht auf drei unterschiedliche Arten.

1. Selektive Auswahl der Inhalte

Die erste Strategie besteht in der selektiven Auswahl der Nachrichten, d.h. man berichtet nur, was „in den Kram passt“. Das bezieht sich auch auf die Meinungen von „Experten“, die zitiert werden. Hier ein Beispiel aus dem “Standard” und dem “Kurier” vom 2. Jänner 2021 von Drosten, dem Lieblingsvirologen der regierungstreuen Medien:

https://www.derstandard.at/story/2000123533316/drosten-warnt-vor-zu-fruehem-ende-der-massnahmen                                                                                                                                                     wortgleich

https://www.derstandard.at/story/2000123533316/drosten-warnt-vor-zu-fruehem-ende-der-massnahmen wortgleich https://kurier.at/chronik/welt/deutscher-virologe-drosten-glaubt-nicht-an-unbeschwerten-sommer/401164491

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Wer wirklich an CoV-19 stirbt

Wahr oder Wahrscheinlich?

Experten und Politiker werden nicht müde, die Gefahr von CoV-19 zu betonen. Tatsächlich stellt der Virus eine ernste Bedrohung dar, doch allzu häufig vermisst man in Wortmeldungen der sogenannten Experten Aussagen über Wahrscheinlichkeiten. Bloß, weil etwas theoretisch eintreten könnte, ist es noch lange nicht faktisch eingetreten.

Regelmäßig werden in den Medien Sätze zitiert, die in etwa wie folgt lauten: „Man kann auch als junger Mensch ohne Vorerkrankungen an CoV-19 sterben!“ Nun ist diese Aussage per Definition kaum widerlegbar, denn sie beschreibt eine potenzielle Möglichkeit. Theoretisch müsste nicht einmal jemand tatsächlich gestorben sein, um sie wahr zu machen. Auf die Frage, ob tatsächlich ein „junger“ Mensch an CoV-19 gestorben ist, gibt diese Aussage, auch wenn sie von einem formalen Experten stammt, keine Antwort. Ich möchte hier auch die Frage außer Acht lassen, wer bezüglich Fragen über CoV-19 tatsächlich „Expertenstatus“ hat und ob alle Expertenmeinungen übereinstimmen, sondern lediglich den Blick auf die wichtigen fehlenden Informationen im öffentlichen Diskurs lenken. Im Falle der oben zitierten Aussage beschäftigte ich mich mit der Frage, wie wahrscheinlich es tatsächlich ist, als junger Mensch an CoV-19 zu erkranken bzw. daran zu sterben und werde in weiterer Folge die tatsächlichen Zahlen nach Altersgruppen angeben.

Als Datenbasis beziehe ich mich auf die öffentlich zugänglichen Daten der AGES, Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, abgerufen am 8.3.2021. Zu diesem Zeitpunkt waren 471.807 Menschen in Österreich positiv getestet. Fragen nach der Testqualität lasse ich hier ebenfalls außer Acht. Die Datenbasis dazu scheint mir nach intensiver Auseinandersetzung zumindest sehr uneinheitlich. Auch die Frage, ob die Statistik zu den an CoV-19 Verstorbenen sich auf Menschen bezieht, die an CoV-19 verstorben sind, „lediglich“ positiv getesteten waren und an einer anderen Ursache gestorben sind, soll uns hier nicht beschäftigen. Ziel dieser Analyse ist es, auf Basis nachvollziehbarer Daten die tatsächlichen Wahrscheinlichkeiten aufzuzeigen, sich an CoV-19 zu infizieren und an (bzw. mit) CoV-19 zu sterben, aufgeschlüsselt nach Altersgruppen.

Die folgenden Tabellen zeigen in Tabelle 1 die Gesamtanzahl der Einwohner je Bundesland Grundgesamtheit, in Tabelle 2 die Anzahl der positiv Getesteten und in Tabelle 3 die Anzahl an CoV-19 Verstorbenen. Im Anschluss werden die jeweiligen Summen in Relation gesetzt.

 

Anzahl Einwohner (Grundgesamtheit)

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Wirtschaft anders gedacht - Abschied vom Klassenkampf

Karl Marx war es der ein düsteres Bild vom Ende des kapitalistischen Systems vorhersagte. Die "Revolution des Proletariats" wird die Herrschaftsverhältnisse auf den Kopf stellen. Nun man kann heute sagen, dass dies im Wesentlichen nicht eingetreten ist und die Wahrscheinlichkeit dass dies noch passiert recht gering sein dürfte. Von dem Vertretern e...
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Logan
(Stefan Gros)

Logan schreibt gegen die Dummheit, Engstirnigkeit und ohne Anspruch auf korrekte Othographie.

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